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Aachen, 02. September 2006
Die Reiter des Tages: Ludger Beerbaum (GER)
Unser Sport kann packend sein, spannend und dramatisch. Manchmal
aber ist er schlicht und einfach ungerecht.
Der Springfehler, der Ludger Beerbaum heute in der zweiten Runde
in der Prüfung der 25 Besten unterlief, unterstreicht das.
Beerbaum war wie kein Zweiter eine sichere Bank im deutschen Team
in den vergangenen Tagen. Bundestrainer Kurt Gravemeier sagt, "75
Prozent der Bronzemedaille verdanken wir Ludger".
In der Tat hat der Perfektionist Beerbaum es allen gezeigt, die
im Vorfeld seine Nominierung als Fehlbesetzung und seinen L'Espoir
als nicht erfahren genug abtun wollten.
Otto Becker, der L'Espoir ritt, bevor dieser in den Stall von Ludger
Beerbaum wechselte, lobt dessen Arbeit.
Beerbaum habe an den Schwächen des großen Fuchses gearbeitet
und ihn auf den Punkt fit gehabt. Die Runde im Zeitspringen souverän,
zweimal null im Nationenpreis und dann heute das: 46 Hundertstel
Strafpunkte trennen Beerbaum nach fünf Parcours von der Finalteilnahme,
der Traum vom Weltmeistertitel ist ausgeträumt.
Da ist der Sport nicht nur ungerecht, sondern grausam. Hätte
L'Espoir einen Einbruch erlitten, wäre Beerbaum ein Reiterfehler
unterlaufen, dann hätte man es so hinnehmen können. Aber
der Abwurf am Sparkassenoxer - den hätte sich L'Espoir sparen
können.
An dem großartigen Eindruck, den der Wallach vom ersten bis
zum leider schon letzten Moment in der Soers hinterlassen hat, ändert
das nichts. Gar nichts!
Ludger Beerbaum hat aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht:
"Das war eine riesengroße Scheiße, das ich nicht
weiter gekommen bin". Der Mann hat recht!

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